DG Flugzeugbau GmbH / Passion, Power + Performance

Ein paar nachdenkliche Betrachtungen in unserer hektischen Welt:

Abschied vom Sommer
Segelfliegerherbst

 

Vor blauen Himmel weiße Wolken.
Der Schwarzwald liegt im Sonnenschein
und drüben von dem großen Strome
da grüßt der Kaiserstuhl mit seinem Wein.

 

Grün sind noch Berge, Wälder, Matten
doch goldne Blätter schon hie und da.
Länger am Abend sind schon die Schatten,
der Sommer ging hin, der Herbst ist da.

 

Vorbei die Flüge über Felsen und Schründen,
vorbei die Flüge mit dem mächtigen Aar.
Vorbei der Kampf mit Stürmen und Winden
Vorbei - es war ein schönes Jahr !

Das Gedicht "Segelfliegerherbst" habe ich während eines Fluges
im Okt. 1976 über dem Beichen notiert.



Das Segelfliegerjahr liegt hinter mir, liegt hinter uns. Nicht alle Träume wurden erfüllt, aber ich bin zufrieden.
Mit obigem Bild und diesen Zeilen wünsche ich nun allen meinen Freunden ein gutes neues Jahr. Ich wünsche vor allem Gesundheit und Zufriedenheit. Zufriedenheit auch dann , wenn die Strecken einmal nicht so weit , die Brötchen nicht mehr so groß und das Benzin etwas teurer wird.

Was ich mir und uns sonst noch wünsche:
Cumulanten vor blauem Himmel bei einer Basis von 2800 oder gar 4500 m und gute Landungen. Und wenn ich wieder im Urlaub in der Provence in Frankreich fliege, so wünsche ich mir noch der Landung: Brot, Wein und Käse und Freunde die sich mit mir freuen.

Eure Wünsche, liebe Freunde kenne ich nicht, die darf sich jeder noch obigem Motto selbst aufschreiben. Jeder von uns hat drei Wünsche frei, man darf nur nicht darüber sprechen, so sagt es die Fee im Märchen.
Von Träumen aber - von Träumen darf man reden.

Mit den Besten Wünschen für eine neue Saison

Euer Segelflieger vom Kaiserstuhl

Walter Hiss
 

Liebe Freunde von DG Flugzeugbau
Ich danke dem Himmel, dass ich eine DG-400 habe und noch fliegen darf.

Grüße von
Walter Hiss


Und zu seinem 75. Geburtstag hat uns Walter diesen Beitrag zugesandt:

Gestern - Heute, eine Standortbestimmung.

Dass ich meinen 75. Geburtstag und unser 75 jähriges Firmenjubiläum bei guter Gesundheit feiern konnte, erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit.

Meine Augen, das Herz, der Blutdruck, die Atmung, der Gleichgevvichtssinn und andere Parameter sind im grünen Bereich. Mein Luftfahrerschein, der auch eine Art von Gesundheitspass ist, wurde mir vom Regierungspräsidium, bis zum Ende 1999 verlängert. (Ein Schauer läuft mir über den Rücken, wenn ich diese Zahl lese). Meinen ersten Alleinflug in einem Segelflugzeug machte ich 1940, vor fast 60 Jahren.

Dass sich mein seelisches Gleichgewicht immer wieder einpendelt, dafür danke ich meiner lieben Frau Ruth. Ihr danke ich, dass ich in meinem Sport, der Segelfliegerei, meinen Ausgleich fand. Sie erlaubte mir zu träumen und gibt mir die Möglichkeit diese Träume gelegentlich zu erleben.

Mit den Urenkeln meines Großvaters kann ich zufrieden sei, denn auch mein Großvater Wiedeman war ein "eigener Mensch", sagte mir meine Großmutter.

Meine Segelfliegerfreunde sehen in mir einen von der Idee und vom Segelflug Besessenen, - ähnlich der Möwe Jonathan, - und da mögen die wohl recht haben.

Beim Finanzamt zähle ich zu den pünktlichen Steuerzahlern, wenngleich ich wegen unklarer Erklärungen schon mal zur Kasse gebeten wurde, aber auch schon Rückzahlungen erhielt.

Unsere Lieferanten sehen in unserer Firma einen beständigen, verlässlichen Partner (wenn Leistung und Preis stimmen). Die Firmen Ackermann, Miele, Metabo und Sottru, zählen bei uns zu den Lieferanten der ersten Jahre, sie sind mit ihrer Preis- und Vertriebspolitik sich und uns bis zum heutigen Tage treu geblieben.

Unsere Kunden beurteilen uns am Point of Sales. Durch den Einkauf bei uns zeigen uns unsere Kunden, dass sie uns vertrauen. Vertrauen ist die Grundlage echter Kaufmannschaft. Wir bedanken uns bei unseren Kunden für das Vertrauen. Viele - vor allem auch jüngere Familien - schätzen unser breites Programm und die Einkaufsmöglichkeit im Dorf.... und einen Parkplatz finde man bei uns immer.

Die Gemeindeverwaltung sieht in unserer Firma einen Betrieb, der die Infrastruktur unseres Dorfes bereichert und gleichzeitig als Komunikationszentum fungiert und das ohne Subventionen.

Probleme sah und sehe ich mit unserer Regierung. Die sieht den Einzelhändler als ein Individuum, das nicht umzubringen ist. Mittelständische Einzelhändler sind eine Minderheit mit schwacher Lobby. Statt einer versprochenen Steuervereinfachung und Steuerermäßigung wird eine Lawine von neuen Steuern, Gebühren und Gesetzen auf uns zukommen. Dies alles wird es meinen Nachfolgern schwer machen - wenn alles eintrifft - was man uns verspricht, mit Freude weiterzumachen und die Firma erfolgreich in die dritte Generation zu führen.

Als Fotograf und Schreiber von Dorf-und Familiengeschichten habe ich einiges zur Geschichte des Dorfes beigetragen. Als Autor vom Bildband "Alt-Eichstetten"- habe ich versucht, Tradition zu pflegen.
Vieles war vom kaufmännischen Standpunkt unvernünftig, aber es hat mein Leben bereichert.

Walter Hiss
der Segelflieger vom Kaiserstuhl

* 1.12.1923



Betreff: zur walter-hiss-site
 Datum: Fri, 16 Nov 2001 18:11:19 EST
    Von:  Gabi Thiele

liebe flugzeugbauer, ihr wisst wie schön es ist, wenn man auf der autobahn einen hänger sieht, der gen sonstwohin fährt. wie schön es ist, vom alten platz auf dem man das fliegen erlernen durfte, endlich einmal wieder jemanden zu treffen - nicht immer nur die schlechten nachrichten im adler und co lesen zu müssen. und nun will ich euch einfach dafür danken, dass ihr "unsrem" walter hiss, die ehre macht und ihn ins netz stellt.
oder anders gesagt, dass ihr all denen, die walter kennen, all denen die fliegen und www-surfen, die freude macht, walter mal eben so zwischendurch zu entdecken!  ich bin segelfliegerin "a.D." und freie journalistin.  für die badischen zeitung (freiburg) habe ich ende des letzten jahres ein interview mit walter hiss geführt. vielleicht habt ihr spaß dran.  einen herzlichen fliegergruß aus kirchzarten bei freiburg,
gabi thiele


FLIEGEN

Der "lautlose Flug" in und über den Alpen ist so beeindruckend wie die Tatsache, dass der Mensch "fliegen" kann. Zum Schwärmen gibt es also allen Grund. Der Eichstetter Segelflieger Walter Hiss hatte drum zu einem Dia-Vortrag inklusive Einweisung in die Theorie und Technik der Fliegerei eingeladen. Im Vortragsraum des "Schwanenhofs" in Eichstetten berichtete er Jungsegelfliegern, Modellsportfliegern, Seglern zu Wasser oder einfach "nur" Freunden und Interessierten von seinen fliegerischen Erlebnissen sowie Erfahrungen in Südfrankreich.

Walter hatte einiges Material mitgebracht. Zur Anschauung und um Versuche durchzuführen, anhand derer Walter unterhaltsam, frisch und lebendig die "wunderbare" Technik erklärte, die den Menschen das gemeinsame Kreisen mit echten Vögeln erlaubt.

Unsere Mitarbeiterin Gabi Thiele sprach mit Walter Hiss.

Demonstration des Bernoulli-Prinzips

BZ: Walter, sag mal, seit wann fliegst Du nun schon?

Walter: Ja, das ist inzwischen eine längere Geschichte. Meinen ersten Gleitflug machte ich im Jahr 1940. Als dann nach dem Krieg die
Segelfliegerei wieder aufgebaut werden konnte, war es schon 1951. Und 1960 dann, konnte ich endlich richtig regelmäßig fliegen.

BZ: Wo ist denn dein "Heimatflughafen"?

Walter: In Altdorf. Aber ich bin auch oft in Freiburg oder bei den Emmendingern. Auch im Breisgau-Verein für Segelflug bin ich Mitglied.
Leider kann ich in Kirchzarten nicht mit meiner DG-400 fliegen, da meine Maschine ja mit einem Hilfsmotor für den Start ausgestattet ist und Motorflug in Kirchzarten verboten ist.


BZ: Warum hältst Du Vorträge übers Fliegen?

Walter: Ich möchte den Leuten einfach ein bisschen von dem Glück erzählen, das wir Flieger erleben dürfen. Die Schönheit der Wolken, der Berge und Täler. Das lässt sich mit Fotos und einigen Geschichten gut vermitteln. Ich habe aber auch etliche Gedichte geschrieben, oben in der Luft, auf 3000 Metern oder mehr.

BZ: Warum fahren denn die Segelflieger so gerne nach Frankreich?

Walter: Es gibt da einige Gründe. Die Wetterverhältnisse sind meist hervorragend. Es ist sehr reizvoll und traumhaft schön, sich im Hangwind oder in einer guten Thermik nach oben zu kurbeln. Lange Flüge bis zu sieben Stunden in großer Höhe sind in Frankreich keine Seltenheit. Segelfliegen in und über den Alpen Südfrankreichs bietet herrliche Bilder und Erlebnisse. Und da sich die meisten Segelflieger als eine große Familie bezeichnen, haben sie nun mal ein gemeinsames Urlaubsziel.

BZ: Was ist das besondere an den Flugplätzen?

Walter: Die Platzbesitzer haben sich auf fliegende Touristen spezialisiert. So gibt es meist einen eigenen Campingplatz, quasi direkt neben der Start- und Landebahn. Morgens heißt's dann nur raus aus dem Zelt oder aus dem Campingwagen, ab zum Briefing und dann zum Start. Und französisch muss man auch nicht unbedingt sprechen können! Man kann's aber lernen.

BZ: Flugschülerinnen und Flugschüler fahren ja meist nur für zehn Tage nach Südfrankreich. Wie ist das mit dir?

Walter: Na, inzwischen kann ich sagen, dass ich 90 Prozent der Starts und Landungen in Frankreich mache. Ab und zu starte ich aber auch gerne in Altdorf oder in Freiburg.

BZ: Hast Du eigentlich manchmal Angst beim Fliegen?

Walter: Nein! Na ja, manchmal. Wenn ich wieder gelandet bin. Denn auch wenn man weiß, wie und warum das Segelflugzeug funktioniert, bleibt es eine seltsame Vorstellung, dass man mit 400 Kilogramm Gewicht die Berge im Hangwind erklimmt und schließlich über den verschneiten Alpen fliegt.
Doch, wenn ich heutzutage an die ersten Flüge von 1940 denke, wird mir wirklich flau. Da saßen wir auf dem Schulgleiter "SG 38". Das ist ja eigentlich nur ein Brettle mit Flügeln dran! Es ist schon gut, dass Jugend keine Angst kennt!

BZ: Ist es nicht gefährlich in den Alpen zu fliegen?

Walter: Das lässt sich nicht mit "Ja" oder "Nein" beantworten. Oberstes Gebot ist genaues, umsichtiges und konzentriertes Fliegen. Dazu gehört eine gewissenhafte Flugvorbereitung. Die Ausstattung mit Getränken, Sonnenhut, Sonnenbrille, ICAO-Karte und so fort muss stimmen. Und dann muss man sich langsam an die Fliegerei in den Bergen herantasten. Die jungen Piloten und die Flugschüler erarbeiten sich die besonderen Verhältnisse gemeinsam mit dem Fluglehrer. Es wird also im Doppelsitzer geflogen. Man muss die Achtung vor dieser bizarren und schönen Landschaft bewahren und seine eigenen Grenzen kennen.

BZ: Was machst Du, wenn du nicht mehr genügend Höhe erarbeiten kannst, um bei einem Streckenflug zum Platz zurückzukehren?

Walter: Das sieht man ja an meinen Dias. Ich muss eine Außenlandung machen! Solche Landungen sind normal, sie werden in der Ausbildung und danach immer wieder trainiert. Ich sage immer: "Segelflieger mit wenigen Außenlandungen sind entweder Genies oder haben einfach ein wenig Angst und  fliegen deshalb nur im Umkreis ihres Platzes!"

BZ: Ein Satz zum Abschluss?

Walter: Ja, das Ende eines Gedichtes: "Und auf geht's - nach oben, mein Herz schlägt schneller. Wie herrlich ist's Fliegen, so ohne Propeller."

Walter Hiss bei uns zu Gast am Tag der offenen Tür in Bruchsal am 23.02.2002


Walter Hiss ist am 22.10.2008 friedlich für immer eingeschlafen.

 

 

 

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