von Thomas Bergmann
veröffentlicht im Magazin "Segelfliegen" 4/2007

Während seines Studiums des Maschinenbaus an der TH Darmstadt ab 1968 arbeitete Wilhelm Dirks in der dortigen Akaflieg an der D-37 und D-38 als Konstrukteur mit. Nach dem Erstflug des GFK-Standardklasseseglersam19.Dezember 1972 suchte er sich mit dem Bauunternehmer Gerhard Glaser, den er auf einem Segelflugwettbewerb kennengelernt hatte, einen Partner mit Kapital und sie gründeten 1973 nach Abschluss seines Studiums gemeinsam die Glaser-Dirks Flugzeugbau GmbH in Bruchsal.
Im August 1973 begannen sie mit dem Formenbau und legten damit den Grundlage für eine lange Reihe von DG-Segelflugzeugen. Das neue Flugzeug bekam die Bezeichnung DG-l00 und startete schon im Mai 1974 zum Jungfernflug.
Der GFK-Rumpf erhielt eine spitzere Nase als die D-38 und ein doppelschaliges Sicherheitscockpit, das von einer sehr weit in den Bug reichenden zweiteiligen Haube überspannt wird, deren größerer, vorderer Teil fest montiert ist. Erst die 101 bekam die heute noch übliche nach vorne öffnende Kanzel mit Gasfeder. Der Pilot liegt sehr flach, aber bequem, mit hoch gelagerten Beinen. Lange dunkle Hosen sind angeraten, damit die sehr gute Sicht nach vorne nicht durch Spiegelungen in der Haube beeinträchtigt wird. Der Instrumentenpilz klappt nicht mit der Haube hoch. Die Parallelogramm-Steuerung wurde typisch für DG und ab der Version DG-101 wurde auch ein gedämpftes Höhenruder statt des Pendelruders angeboten, gekennzeichnet durch ein G an der Modellbezeichnung, die übrigens offiziell immer DG-100 blieb. Das Cockpit wurde noch etwas vergrößert und auch eine Clubversion mit festem Fahrwerk angeboten, die aber jederzeit mit wenigen Teilen zur Standardklasse umgerüstet werden konnte. Das hohe und gedämpfte Einziehfahrwerk besaß eine Gasdruckfeder, um das Einfahren zu erleichtern.
Die Flächen in Doppeltrapezform mit gerader Vorderkante und dem Wortmannprofil 61-184 sind mit Schempp-Hirth-Luftbremsen auf der Oberseite ausgestattet, und außer bei der Clubversion dürfen bis zu 100 kg Wasserballast getankt werden. Die DG-100 ist ohne Wasserballast auch für einfachen Kunstflug zugelassen. Die DG-101 Club hatte übrigens auch ein auf 385 kg reduziertes Gesamtgewicht und nur eine Gleitzahl von 36. Die Gleitleistung der Standardversion erhöhte sich bei der 101 nicht. 1985 wurde auch eine Betriebszeitenerhöhung auf 6000 Stunden möglich und auch der nachträgliche Einbau einer Tost-Kupplung für F-Schlepp ist erlaubt. Seit 1999 ist auch der Einbau modifizierter Randbögen möglich, um die Flugleistungen zu verbessern. Winglets werden nicht angeboten.
Die Flugeigenschaften gelten als gutmütig, die Verarbeitung liegt auf hohem Niveau und Sicherheit und ermüdungsfreies Fliegen war Wilhelm Dirks bei der Cockpitauslegung sehr wichtig.
105 DG-100 wurden in Untergrombach gebaut. Ab 1979 fertigte die Firma ELAN in Begunje in Slowenien insgesamt 222 DG-100 ELAN in den verschiedenen Versionen. Nur 34 davon wurden noch mit Pendelruder ausgeliefert. Ab 1983 begann dann die Fertigung der Nachfolgerin DG-300.
Gebrauchte DG-100 sind gesucht und nicht wirklich günstig zu bekommen. Vier Varianten werden offiziell unterschieden. Beim LBA sind 37 DG-100 und acht DG-100 ELAN zugelassen, außerdem elf DG-100G und 89 DG-100G ELAN.
Die Preisvorstellungen der Käufer liegen zur Zeit zwischen 18.000 - 20.000 Euro inklusive Hänger.

DG-100
Hallo Herr Weber,
Es muss nicht immer DG-808 oder DG-1000 sein. Ab und zu habe ich die Möglichkeit eine DG-1000 von einem Vereinsmitglied zu fliegen, aber selbst bin ich stolzer Besitzer einer DG-101G. Zwei weitere Leute im Verein fliegen ebenfalls eine DG-101. Für Flachlandlflieger dicht am Meer ist es ein gelungenes Flugzeug, stark in schwacher Thermik, ansprechend in den Leistungen.
Aber während des Sommers suchen allen andere Orte auf, entweder in Frankreich, Deutschland, aber mal auch in Tschechien.
Diese schöne Flugaufnahme entstand während des Sommers (Juli) 2006, über der Gegend von Zbraslavice, etwa 40 km südlich von Prag, unweit Kutna Hora. Am Steuerknüppel der D-4909 “F2” sitzt mein Freund Alain Patho. Das Flugzeug mit der grün getönten Haube hat als Werknr. E180-G146, ist Baujahr 1985 und ist vielen nicht unbekannt. Es wurde Ende der achtziger und Beginn der neunziger Jahre von “Hexe” und Wettbewerbsfliegerin Elke Geldmacher aus Stolberg/Aachen geflogen.
Die Aufnahme entstand aus einer H304CZ. Ein schönes Flugbild von einem bestechend schönem 35-Jahr alten Entwurf, das erste “offizielle” Meisterstück von Herrn Wilhem Dirks. Die DG-100G ist noch immer ein begehrtes Flugzeug in der Clubklasse, und nach wie vor sehr gefragt.
Mit freundliche Grüßen,
Herman VANHOUTTE
Hoge Akker 20
B-8560 WEVELGEM