Unter diesem provozierenden Titel steht nichts, was unsere Flugzeuge oder unser Hobby angeht - oder vielleicht doch?
Das Folgende richtet sich jedenfalls an Piloten der "Echo-Klasse" und stellt die persönliche Meinung Ihres Webmasters dar:
Das ist leider eine Tatsache und macht uns Piloten der Allgemeinen Luftfahrt so sehr das Leben schwer.
Mit diesen Leuten umzugehen, gibt es eine Reihe von Strategien:
Das - liebe Piloten - führt uns doch alles nicht wesentlich weiter:
Vielleicht sind wir in Deutschland (und in der Schweiz und in Österreich) übersensibel.
Aber an der Tatsache ist doch nun mal nicht zu rütteln, dass uns der Wind des "Zeitgeistes" mit dem Argument des Fluglärms ins Gesicht bläst und dafür verantwortlich ist, wenn Flugplätze geschlossen werden sollen etc.
Die Landeplatzverordnung enthält ja schon eine Reihe von Einschränkungen, wobei Starts von lauten Flugzeugen auf "kleinen" Plätzen nach wie vor uneingeschränkt möglich sind.
Was kommt als nächstes???
Die gesamte Lärmbelastung durch die Allgemeine Luftfahrt ist aufgrund vieler moderner Flugzeuge, die nach neueren Vorschriften gebaut sind, schon deutlich zurück gegangen. Das ist aber noch nicht von allen Mitbürgern registriert worden.
Wir können uns sogar ein ganz neues, modernes Flugzeug kaufen und unseren "Knochenschüttler" ins Ausland verkaufen - nun ja, dass können leider nur Wenige!
Ich kenne jedenfalls verschiedene Fälle von erheblichen Problemen mit Flugplatz-Anwohnern, die in dem Moment bereinigt waren, als nur noch Maschinen mit erhöhtem Lärmschutzzeugnis betrieben wurden.
Inzwischen ist bereits die Mehrzahl der Flugzeuge der AL mit Lärmschutzmassnahmen ausgestattet und nur noch eine Minderheit der AL fliegt mit alten "Knatterbüchsen" vom Typ alter Cessna und Co. munter ohne Schalldämpfer durch den Himmel, als wenn sie dies alles nichts anginge. Diese wahrhaftig lautstarke Minderheit ist es aber nach wie vor, die uns alle in Probleme bringt.
Als Hersteller von Flugzeugen stehe ich wohl außerhalb des Verdachtes, ein Gegner der Luftfahrt zu sein.
Und dennoch nenne ich es ein ausgesprochen arrogantes Verhalten, wenn Piloten mit uralt-Flugzeugen einen Lärmteppich hinter sich her ziehen und meinen, sie seien allein auf dieser dicht besiedelten Welt und das alles ginge sie nichts an.
Und es ist vor allem ein Akt der Rücksichtslosigkeit, sich selbst die Kosten für eine Nachrüstung von Schalldämpfer und ähnlichem ersparen zu wollen und dafür alle anderen Kollegen der Luftfahrt, die diese Kosten aufgewendet haben, weiterhin den undifferenzierten Argumenten von Gegnern der Fliegerei auszusetzen.
Das schürt doch nur die Abneigung in unserem Volk gegen die ganze Allgemeine Luftfahrt und dadurch kommt es dann zu solch unglaublichen Vorschlägen aus der Politik wie die damalige "Vignette für Sichtflieger".
Öffentlichkeitsarbeit ist sicher gut und richtig. Und häufig gibt es gar nicht solch eine Abneigung der Einwohner gegen einen Flugplatz, wie es die Politiker meinen.
Aber viel wichtiger ist es nach meiner Meinung, dass wir die letzten der alten "Knatterbüchsen" grounden - zumindest in Zeiten, wo sie Anwohner stören können. Dazu gehört aber auch, dass wir allen Piloten solcher Fossilien klar machen, dass sie und sie allein für das Fluglärmproblem verantwortlich sind und sich der Verantwortung auch nicht entziehen können. Eine entsprechende Änderung in der Argumentation zu diesem Problem durch AOPA, Fliegermagazin, Aerokurier etc. wäre sicher hilfreich.
Ausdrücklich ausnehmen von dieser Forderung möchte ich nur Oldtimer und "Exoten", für die es keine standardisierten Nachrüstsätze zur Lärmdämpfung gibt.
Also Ihr lieben Piloten von alten Flugzeugen der Echo-Klasse:
Nicht nur mit Rücksicht auf die Anwohner unter Euch sondern mit Rücksicht auf Eure ebenfalls fliegenden Freunde und Kollegen neben Euch bitte ich, schnellst möglich einen Schalldämpfer anzuschaffen oder nur noch werktags zu fliegen!
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War dieser Artikel ein "Nestbeschmutzer"?
Was meinen Sie?
Ihr Meinung würde mich und die Leser dieser Web-Site sicher interessieren.
Also: Ring frei für Diskussionen:
Betreff: Fluglärm, "alte Knatterbüchsen" Von: Ernst-Peter Nawothnig
Lieber Herr Weber,
Sie haben nur für den Anteil der tatsächlich Unbelehrbaren recht. Die
Anderen - und das sind viele - fliegen ihre Knatterbüchsen infolge eines
immer noch typischen Motorflieger-Werdegangs:
1. PPL-A machen. Teuer genug, aber über Geld spricht man nicht.
2. Nur Eigner sind vollwertige Flieger, also verliebt man sich ins gerade noch Erschwingliche.
Technische Ahnung hat man sowieso überhaupt noch nicht.
3. Anschaffung einer "günstigen Gelegenheit", 30 Jahre und älter.
4. Böses Erwachen, was diese alte Mühle an Unterhalt verschlingt!!!
5. Weniger fliegen. Nicht mal mit Absicht, aber der Reiz des Neuen ist eh nicht mehr so stark.
6. Dabei bleibt es dann leider.
Der eine oder andere Auspuff wird mal erneuert (bringt schlappe 3 db), aber die durchgreifende Investition ist in Anbetracht der Restlebensdauer unsinnig. Nicht zu vergessen: Fehlende Musterzulassungen des modernen Equipments für die vielen nur scheinbar
verschiedenen Altflugzeuge sind eine weitere höchst ärgerliche Bremse.
Ach ja, noch etwas: eine DG-400 ist in meinen Ohren auch so eine Knatterbüchse. Objektiv messtechnisch brav leise, aber mit einer
Frequenz, die Lehrers Nerven sägt.
Wer wollte da die Flieger in "gute" und "böse" einteilen?
Ernst-Peter Nawothnig, Itzehoe
Zur DG-400 bin ich gefragt:
Recht haben Sie. Dafür gibt es ja schließlich die neue DG-808B!
Aber man kann auch eine DG-400 leiser machen mit Hilfe eines anderen Propellers und einer Motorverkleidung.
Was glauben Sie, wie viel davon verkauft wurden?
Richtig! Fast gar keine! Nun ja.....
Betreff: Fluglärm!
Von: "Heiko Bauer"
Nun ja, Ring frei würde ich sagen!
Also zunächst mal Zustimmung. Die Leute hier sind übersensibel oder normal sensibel, wie man´s nimmt. Da gibt es dann auch Zeitgenossen, (gleich hier um die Ecke) die gegen ein frisch angelegtes Biotop klagen, weil die Frösche nachts so laut quaken!
Anderswo gibt es Leute mit Schrebergärten direkt am Bahndamm, denen es niemals in den Sinn käme, die Bahn wegen Lärmbelästigung zu verklagen....
Aber den schwarzen Peter bei Besitzern alter Flugzeuge zu suchen, ist eine etwas zu einfache Argumentation. Denn davon fliegen meiner Erfahrung nach schon viele mit Schalldämpfern rum, machen an manchen Flugplätzen gleichmäßig weniger Krach und nach kurzer Gewöhnungszeit ist das den Anwohnern wieder zu laut. Und das Spiel beginnt von Neuem..
Und die singenden Sägen a´la DG und was da sonst noch an Seglern mit Hilfsmotor am Himmel hängt, sind doppelt lästig, schrauben sie sich doch in Platznähe mit geringer Geschwindigkeit sozusagen stationär über Flugplatznachbarn in die Höhe. Und das macht auch keine Freunde, auch wenn die Dinger angeblich so leise sind. Subjektiv, (wegen Frequenzen) sind sie´s nämlich nicht.
Heiko Bauer
Darf ich`s anmerken:
Das "stationäre singende Sägen" trifft wohl z. T. für DG-400 zu, sicher für eine DG-600M und ganz besonders für Turbos!
Eine DG-808B steigt mit 4,2 m/sec, erzeugt einen tiefen Brummton und ist am Ende der Startbahn schon fast nicht mehr im allgemeinen Geräuschpegel zu hören.
Ist es allgemeine Meinung, dass nach einer "Runde" der Lärmdämm-Maßnahmen alles auf niedrigerem Niveau wieder von vorn losgeht?
Unserer Erfahrung entspricht das nämlich nicht.
Betreff: DG Website
Von: "Mr Jan Lyczywek"
Tolle Website! Endlich mal ausfuehrliche Fakten, Informationen,
Diskussionsanregungen usw. Es ist klasse, dass ihr nicht nur nach dem
Motto "Hallo, wir existieren" irgendwas ins Netz setzt oder lediglich
Werbung betreibt, sondern wirklich Lesenswertes bringt.
Dem Laerm-Artikel kann ich nur zustimmen. Viel zu oft benutzen Piloten in
der Laermdiskussion noch das voellig veraltete und vor allem
kontraproduktive Argument "Gruene Spinner" und - fast noch schlimmer -
die Strategie "Aber die anderen (Autobahn, Großflughafen, Fabrik,...)
sind doch noch viel lauter!" Das bringt uns nicht weiter, Freunde. Wir
muessen in dreierlei Richtung vorgehen:
1. Das bisher schon Erreichte der Oeffentlichkeit offensiv bewusst machen
(da sind die Verbaende gefragt)
2. Positive Grundstimmung der Luftfahrt gegenueber schaffen
(und da ist jeder Einzelne gefragt - eine freundlich beantwortete Frage
eines Zuschauers, ein Rundflug fuer Freunde und Bekannte, Kinder mal im
Flieger "probesitzen" lassen - all das kostet nichts außer ein paar
Minuten und schafft vielleicht bei den Beteiligten die entscheidendeden
positiven Assoziationen zur Luftfahrt auf Jahre hinaus; will sagen:
wenn ein Schleppzug vorbeidonnert, sagt derjenige vielleicht nicht:
"Mann, ist das laut" sondern eben: "Da habe ich auch schon dringesessen, und es war toll".
Und wenn er gegen den Fluglaerm unterschreiben soll, sagt er vielleicht:
"Nein, mein Kumpel / Arbeitskollege / ... ist auch Flieger und hat mich mal mitgenommen")
3. Offene, sachliche Diskussion mit evtl. Fluglaermgegnern.
Diese Leute haben auch ihre begruendeten Argumente,
und nichts radikalisiert sie mehr, als Ihnen nicht zuzuhoeren oder sie
gar zu beleidigen, und das mit Recht!
Hier ist wiederum jeder Einzelne gefragt, auch mit Gegnern sachlich,
hoeflich und offen zu diskutieren -
aber die Verbaende sollten vielleicht auch darueber nachdenken, dieses
Verhalten durch Herausgabe von Ratgeberbroschueren oder evtl. sogar
durch Fortbildungskurse zu foerdern. Denn wie man an dem
"Gruene-Spinner"-Argument sieht, sind viele Piloten offenbar von der
Laermdiskussion schlicht und ergreifend intellektuell ueberfordert - und
machen aus Unwissenheit soviel kaputt.
Wenn wir alle zusammen die Probleme angehen - Piloten aller Luftsportarten, Anwohner,
Naturschuetzer, Parteien, Gesetzgeber, Oeffentlichkeit -
dann gibt es auch eine Zukunft fuer die AL und fuer den Luftsport.
Mit freundlichen Gruessen, weiter so,
Jan
Betreff: Fluglärm
Von: Bernd Kischa
Hallo Freunde,
es ist sicher richtig, dass man technisch-greifbare (und bezahlbare) Verbesserungen an motorgetriebenen Luftfahrzeugen vornehmen sollte, bevor einem die "Gemeinschaft der Lärmgeschädigten" auf´s Dach steigt.
Fakt ist tatsächlich eine gestiegene Sensibilität in der Bevölkerung, die u.a. von dem allseits ansteigenden Umgebungslärm herrührt, aber auch von einem Verlust an Begeisterung für die Luftfahrt! Deutschland ist keine "Luftfahrtnation" mehr, so eigenartig das klingen mag.
Neben den technischen Maßnahmen, die heutzutage alleine nicht mehr ausreichen, gehört oft auch die Forderung nach "Ruhezeiten" (abends ab ca. 18:00loc, Sa. -Nachmittag, Sonn- und Feiertage). Diese mittlerweile durchaus üblichen Forderungen der Bürger bedeuten - wenn sie umgesetzt werden - gerade für den Segelflug erhebliche Einschränkungen, denn der heute übliche Flugzeugschlepp kann dann gerade in den thermisch ergiebigen Zeiten oft nicht mehr durchgeführt werden!
Insoweit ist die von Ihnen aufgezeigte Richtung wohl das wichtigste "Rezept", bevor noch schlimmere Zeiten auf die Klein-aviatik" zukommen.
Mit besten Grüßen:
Dipl.-Ing(Univ) Bernd Kischa,
Lärmschutzbeauftragter
LUFTAMT NORDBAYERN, Nürnberg-Flughafen
Marko Rocznik schrieb:
Hallo Herr Weber,
Das hier treibt mir echt den Blutdruck hoch – vielleicht sehen sie eine Möglichkeit so was in geeigneter Form zu verarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen
Marko Rocznik