Es ist mir auch schon oft passiert, dass meine Frau mich abends fragte: "Wie war`s denn?" Antwort: "Es war zum Kotzen!" Und damit meinte ich dann nicht, dass etwas mit dem Flugzeug nicht gepasst hätte oder die Thermik wieder nicht so war, wie sie nach meiner Einschätzung hätte sein sollen....
In den letzten Jahren, seit ich die DG-800 fliege, ist das Problem mit meiner Luftkrankheit zwar besser geworden. Ich denke, dass sich das Problem auch etwas mit zunehmender Spannweite entschärft, weil größere Flugzeuge ein harmonischeres Flugverhalten zeigen.
Und dann kam die folgende E-Mail und zeigte mir, dass andere offensichtlich noch viel größere Probleme haben:
Betreff: Sicherheitsgedanken
Von: lasse ich mal weg....
Hallo Friedel,
ich unterliege jetzt mal der Versuchung, dich zu "duzen", da wir ja anscheinend beide dem selben "Wahnsinn" verfallen sind.
Allerdings ist der Grund meiner E-m@il ein anderer. Vielleicht sollte ich mich erst einmal vorstellen. Ich bin Segelflieger und bin jetzt schon 4 Jahre dabei. Angefangen habe ich mit 14/15 und kann mich jetzt auch mittlerweile zu den 18ern zählen. (Also noch relativ jung...)
Allerdings bin ich jetzt auch schon im 4. Jahr meiner Segelflugausbildung und kämpfe zur Zeit um meinen 50km-Flug für den Schein. Kämpfen ist wörtlich zu nehmen, da ich dummerweise unter dem Handicap der "Kinetose" (im allgemeinen auch als Reiseübelkeit bekannt) leide. War es früher noch beim Autofahren als Kind der Fall, plagt es mich des öfteren auch beim Segelfliegen, obwohl ich sagen muss, daß es auch schönere Flüge ohne Zwischenfälle gab.
Dummerweise hatte ich zu den Zeitpunkten meine Theorie noch nicht und ich konnte nicht vom Platz weg. Nachdem ich in einem Fliegerlager unseren Astir in einen Weizenacker gesetzt habe, muss ich nun auch noch eine Selbstbeteiligung abbezahlen, was den mentalen Druck verstärkt.
Doch warum schreibe ich das alles? Vielleicht schaust du hin und wieder mal auf www.segelflug.de unter anderem auch ins Forum. Mein oben beschildertes Problem beschrieb ich auch dort in der Hoffnung Tipps und Ratschläge zu erhalten. Dies ist aber nur teilweise eingetreten. Ich war sehr enttäuscht, als mir bewusst wurde, wie rücksichtslos mit diesem Thema umgegangen wird.
Im Verein nimmt es niemand ernst und dann kommen absolut unqualifizierte Kommentare wie "Pattex trinken", "oben und unten nen Korken rein" usw... Wende ich mich dann an die Community allgemein (im segelflug.de-Forum) dann bekomme ich zwar auch Tipps (Ingwerwurzel usw. essen..) aber am schlimmsten schockte mich der Beitrag eines anderen Segelfliegers, der sich massiv über die Sicherheit Gedanken machte. Warum, kam nicht so zu Geltung, er führte verschiedene Dinge an, wie dass er sich um meine Familie sorgte und es unverantwortlich wäre, so Leute wie mich fliegen zu lassen.
(Dazu sage ich nur soviel: Ich habe schon einige Erfahrunggewonnen, bin auch unter anderem "Cirrus" geflogen, was ja nicht so einfach sein soll... Meine Lehrer im Verein werden sich da schon Gedanken gemacht haben).
Wohl aber hat mich dieses Ereignis doch zum Nachdenken angeregt.
Ich schätze eure Firma (Sicherheitsgedanken durchziehen, auch wenn es sich schon fast nicht lohnt..) und vor allem die Website, welche sich doch als absolut informativ darstellt (ich verwende sie gegenüber unseren Kunden als Paradebeispiel, wie eine Website aufgebaut sein sollte. Wir sind unter anderem auch im Webdesign tätig...).
Sicher ist es das Ziel dass ihr eure Produkte vertreten könnt, allerdings ist der Informations-Gehalt - wie schon erwähnt - sehr hoch und ich habe auch schon öfters komplette Ausdrucke der Website in verschiedenen Vereinen gesehen. Das lässt mich zu dem Schluss kommen, dass es doch einige Segelflieger(innen) gibt, welche öfters auf diese Site schauen.
Vielleicht ist dir selbst der Gedanke nie gekommen, da du nicht davon betroffen bist, aber mich würde es freuen wenn Ihr irgendwie auf das Problem "Übelkeit/Sicherheitsgedanken" eingehen könntet. Und sei es nur am Rande. Mir fehlen einfach die Möglichkeiten, um mir Gehör zu verschaffen und viele Piloten, die auch darunter leiden, trauen sich einfach nichts zu sagen aus Angst, sie könnten ihre Tauglichkeit verlieren.
Ich selbst weiß nicht wie es mit mir weitergeht, aber ich bin als tauglich eingestuft und werde auch zu meinem Schein kämpfen. Es wäre jedoch schön, wenn man diesem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken könnte.
Vielleicht bist du ja sogar damit in Berührung gekommen und hast ein paar Tipps.
Doch vielmehr geht es mir darum, auf diese Thema aufmerksam zu machen, und da Ihr nicht ganz unbedeutend in der Segelflug-Welt seid, hoffe ich darauf, dass es gelingt.
Zumindest würde mich eine Antwort schon glücklicher machen...
Viele Fliegergrüße
B.
Ein häufiges Problem unter Segelfliegern ist die Kinetose mit Sicherheit.
Nicht nur meinen Kindern hat sie schon oft Probleme gemacht und sie bis jetzt vom Fliegen fern gehalten. Auch in unserem Verein wurde ich gerade am Wochenende wieder von einem Kollegen gefragt, was ich ihm raten könne. Also - Tragen wir mal zusammen, nachdem ich auch meinen Freund, einen Arzt interviewt habe:
Klar ist, dass ganz besonders Segelfliegen eine ständige Bewegung des Körpers um alle Achsen darstellt. Wenn schon beim Autofahren Probleme entstehen können, so tritt bei uns noch zusätzlich die dritte Dimension hinzu, das heißt, dass es obendrein ständig auf und ab geht. Auf einer Kirmes mag in der Achterbahn eine solche Bewegung kurzfristig einen Nervenkitzel hervor rufen, aber wir fahren wahrhaftig stundenlang Achterbahn!
Ursache der Überlkeit ist ein Auseinanderfallen von Bewegungseindrücken im Gleichgewichtssinn (dem Innenohr) mit dem, was die übrigen Sinnesorgane - insbesondere das Auge - aufnehmen. Die Menschen reagieren dabei ganz unterschiedlich auf diese auf sie einstürmenden Sinneseindrücke. Manche Leute stecken so etwas ohne jede Reaktion weg; anderen wird schon übel, wenn sie nur daran denken. Aber etwa 2/3 aller Menschen haben Probleme mit der Kinetose und 1/4 gehört zu den "schweren Fällen". Wenn denen nicht geholfen werden kann, fällt ein bedeutender Teil aller potenziellen Segelflieger für unseren Sport aus! Wem ist das eigentlich klar??? Und so sollte man selbstverständlich jedem so weit als möglich helfen, der hier Probleme hat.
Es gibt eine Reihe von Ratschlägen, wie man die Übelkeit vermeiden kann, ohne dass irgendwelche Nebenwirkungen entstehen:
Und damit bin ich mit nebenwirkungsfreien Ratschlägen am Ende und ich gebe zu, dass das nicht sehr überzeugend war.
Ein Flugmediziner lehnte in einem Vortrag zu dem Thema jeglichen Einsatz "echter" Medikamente ab, weil sie Nebenwirkungen haben, die - so meinte er - nicht akzeptiert werden können. Die üblichen Präparate dienen schließlich dazu, das Bewegungsempfinden zu dämpfen und sie machen oft müde. Jetzt muss jeder selbst eine aktive Sicherheitseinschätzung vornehmen und zwar:
Was ist schlimmer, oder ist beides nicht akzeptabel? Wenn Sie das meinen, sind Sie allerdings für das Segelfliegen verloren!
Interessant ist, dass insbesondere Scopoderm-Pflaster von vielen Ärztes strikt abgelehnt werden, während sie - siehe unten - die beste Wirkung zeigen. Was stimmt da?
Mein persönlicher Rat aus den letzten 20 Jahren - und der bezieht sich nur auf mich selbst. Sie müssen Ihre eigenen Erfahrungen machen:
Ich habe es noch nie erlebt, dass ich durch eine Reisetablette spürbar müde geworden wäre. Segelfliegen ist so unglaublich spannend, dass diese Empfindung schon überhaupt nicht aufkommt. Ob meine Reaktionszeit leidet, kann ich selbst nicht beurteilen - aufgefallen ist mir nichts dergleichen. Die wahrgenommenen Nebenwirkungen einer Tablette sind ungleich geringer als die tatsächlichen Einschränkungen, wenn ich nur noch nach Hause will..... Bei mir ist dann meist der Abbruch des Fluges fällig durch Benutzung des Motors und dann nur noch geradeaus fliegen - aber wer kann das schon? So ist es mir auch noch nie passiert, dass ich wirklich hätte brechen müssen. Aber wenn ich weiter hätte kurbeln müssen - wer weiß?
Ein konkreter Ratschlag:
Besonders am Anfang der Saison und nach längeren Pausen an den ersten zwei Tagen nicht mehr als 2 Stunden fliegen und eine halbe Stunde vor dem Start eine Reisetablette nehmen. Bei Fliegerlagern am dritten Tag entweder die Flugzeit deutlich steigern und/oder auf die Tablette verzichten. Wenn es nicht geht, längere Zeit täglich eine Tablette nehmen.
Warum erzähle ich hier meine persönlichen Erfahrungen? Viel interessanter ist eine wirklich kompetente Veröffentlichung, die ich bei der Suche nach passendem Material fand: Im Heft "test" der Stiftung Warentest. Sie ist als staatlich beauftragtes Institut für ihre sorgfältigen Recherchen bekannt.
Am einfachsten können Sie sich den kompletten "test"-Artikel als PDF-Datei herunter laden:
Hier eine geringfügig gekürzte Fassung:
Wird Ihnen auf großer Fahrt leicht speiübel? Wollen Sie sich auf See einer steifen Brise aussetzen? Arzneimittel für die Reiseapotheke sollen die Revolte in Magen und Hirn verhindern helfen.
Wenn die Wellen schäumen, die Räder über Serpentinen rollen, der Höhenwind Flugzeuge schüttelt, dann kippt bei vielen Menschen die Balance. Inneres kehrt sich nach außen. Die Revolte in Magen und Hirn zwingt so manchen stolzen Zeitgenossen in die Knie.
Das arme Häuflein Unglück leidet dann wahrscheinlich an der "Bewegungskrankheit". Sie beginnt so: Zunächst kommt es - unterschiedlich stark - zu einem Wechselbad beklemmender Gefühle. Müdigkeit stellt sich ein, dann zwanghafter Gähnreiz, es folgen mulmiges Magendrücken, Bauch- und Kopfschmerzen, je nach Heftigkeit der Störung Übelkeit, Erbrechen, Ohrensausen, Schwindel, Angst vorm Fall ins Bodenlose. Die Gebeutelten werden bleich, kalter Schweiß tritt ihnen auf die Stirn, die Reflexe stimmen nicht mehr. Das Denken liegt brach, reduziert sich auf stumme Hilferufe. Schließlich lähmt Apathie Körper und Geist. Erst wenn sie wieder festen Boden unter den Füßen haben, ist die Qual vorbei, nahezu schlagartig alles wieder im Lot.
Augen ohne Halt
Bis sich der Reisende an Wind, Wetter und Wellengang angepasst hat, kann die Reise- oder auch Seekrankheit drei und mehr Tage dauern. Es gibt eine Vielzahl von Arzneimitteln, die hier oder auch bei schlingernden Schaukelfahrten über Passstraßen helfen. Aber sie verlängern auch den Anpassungsprozess. Wenn unsere Augen das, was passiert, nicht mehr kontrollieren können, zum Beispiel auf See am Horizont keinen Halt finden, gerät der Gleichgewichtssinn aus der Balance. Der sitzt im Innenohr. Von dort bestehen enge Verbindungen zum Brechzentrum im Hirnstamm. Nur Säuglinge werden nicht reisekrank. Sie finden am ständigen Auf und Ab sogar Vergnügen. Etwa zwei Drittel der Erwachsenen haben damit aber Probleme. Erheblich anfällig für die Reisekrankheit ist etwa ein Viertel der Bevölkerung. Mediziner nennen Reisekrankheiten Kinetosen (griechisch: Kineo = ich bewege). Auch in der bemannten Raumfahrt sind Gleichgewichtsstörungen, die mit Übelkeit einhergehen, ein großes Problem.
Wirksam gegen Schwindel, Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit: Nebenwirkungen:Häufig: vorübergehende Mundtrockenheit und verschwommenes Sehen infolge Pupillenerweiterung (auch einseitig). In einzelnen Fällen kann die Pupillenerweiterung ein akutes Glaukom auslösen, manchmal Reizungen der Augenlider; die Tränensekretion kann gehemmt werden (Dauerkontaktlinsenträger betroffen). Gelegentlich: Schläfrigkeit; leichte Blutdrucksenkung, Abnahme der Schweißdrüsensekretion, lokale Hautreizungen. Bei bestimmten Patienten kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Selten treten auf: Gedächtnis-, Konzentrationsstörungen, Desorientiertheit und Verwirrtheit, optische Halluzinationen, Ruhelosigkeit, Schwindel und Miktionsstörungen (Harnverhalten). Nach Absetzen in seltenen Fällen Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Gleichgewichtsstörungen. Wechselwirkungen:Vorsicht bei Patienten, die zum Beispiel Belladonnaalkaloide, Antihistaminika, trizyklische Antidepressiva (wie Amitriptylin und Imipramin), Amantadin oder Chinidin einnehmen. Keinen Alkohol trinken. |
Tests auf See
Wer unter einer Kinetose leidet, hat immer wieder damit zu tun. Nach längeren Pausen haben sogar Matrosen stets erneut mit der Seekrankheit zu kämpfen. Heftiges Schlingern schafft auch den stärksten Seebären. Die Wirksamkeit von Pharmahilfen gegen die Reise-(See-)Krankheit ist oft an Marinesoldaten und Matrosen der Handelsschifffahrt erprobt worden. Bei solchen Untersuchungen die wissenschaftlichen Standards zu erfüllen ist nicht einfach: So kommt es unter anderem auf die jeweilige Wetterlage an, auf Schiffsgröße und die Tagesform von Testpersonen. Es geht um Windstärke und Schiffstyp (zum Beispiel Yacht, Fregatte, Rettungsinsel).
Alternativ wurden auch einige experimentelle Versuche unternommen, zum Beispiel auf einem Rotationsstuhl. Oder eine Testperson saß inmitten einer rotierenden Trommel und versuchte, den Blick auf dort vertikal angebrachte schwarze und weiße Balken zu heften: Bald hatte die Prüfperson den Eindruck, sie drehe sich nun selbst. Da der Gleichgewichtssinn aber etwas anderes signalisiert, kommt es zum körperlichen Konflikt - auch so wird Seekrankheit simuliert.
Rangliste der Stoffe
Bei Untersuchungen an fast 17.000 US-Soldaten war der auf See erprobte Wirkstoff
- Scopolamin 60-mal stärker wirksam als
- Promethazin (ein stärker wirkendes Mittel aus der Gruppe der Antihistaminika; nicht im Test vertreten, rezeptpflichtig), das selbst wiederum
- zwei- bis dreimal wirksamer war als andere Antihistaminika wie zum Beispiel
- Diphenhydramin und das Dimenhydrinat: Diphenhydramin und Dimenhydrinat sind eine mildere Variante für die Selbstbehandlung.
- Am Ende der Wirksamkeitsliste stehen Mittel mit Ingwer.
Macht müde
In der Tabelle stellen wir 14 Präparate zur Selbstbehandlung vor. Sie sind in der Apotheke frei erhältlich. Ingwer gibt es auch in Drogerien. Von den Wirkstoffen her handelt es sich in der Regel um so genannte H1-Antihistaminika (Wirkstoffe Dimenhydrinat, Diphenhydramin und Chlorphenoxamin). Sie werden auch als Mittel zur Beruhigung, als Einschlafhilfe oder gegen Allergien eingesetzt. Sie hemmen durch komplizierte biochemische Vorgänge den Brechreiz. Ihr wichtigster Nebeneffekt: Sie machen schläfrig (Achtung, Autofahrer!). Einigen Präparaten wird Koffein zugesetzt, um diesen Effekt zu mildern oder aufzuheben. Es ist aber fraglich, ob hier zum Beispiel 50 Milligramm, etwa eine halbe Tasse Kaffee, ausreichen oder nur von guter Absicht künden.
Ausreichend dosieren
Die Dosierung des Antihistaminikums liegt bei den Präparaten der Tabelle, je nach Arzneistoff, etwa zwischen 30 und 100 Milligramm. Die Tabelle listet die Arzneimittel nach geeigneten und weniger geeigneten auf. Wesentliche Kriterien sind eine unzureichende Dosierung und zum Teil wenig sinnvolle Kombinationspartner, Koffein oder Chlortheophyllin.
Um der Reisekrankheit vorzubeugen, reichen 50 bis 100 Milligramm Dimenhydrinat aus oder 25 bis 50 Milligramm Diphenhydramin. Das wirkt ungefähr acht Stunden. Sollte die Reise länger dauern, ist wiederum die gleiche Dosis einzunehmen. Über die maximale Tagesdosis sollte aber niemand hinausgehen.
Medikamente gegen die Reisekrankheit sollten Kindern nur nach Rücksprache mit dem Arzt gegeben werden. Der wird in der Regel gering dosierte Mittel empfehlen. Auch ältere Menschen sind wegen ihrer besonderen Empfindlichkeit gegenüber den Nebenwirkungen, insbesondere Schläfrigkeit, manchmal mit niedrigeren Dosen besser bedient. Die Mittel etwa eine Stunde vor Reiseantritt einnehmen.
Sonderfälle
Ausnahme ist das Reisekaugummi Superpep forte von Hermes. Der Hersteller wirbt hier damit, dass die Wirkung bereits nach wenigen Minuten eintritt. Somit wäre eine Einnahme erst bei aufkommender Übelkeit oder bei sich zuspitzender Situation möglich.
Besonders aussagefähige klinische Untersuchungen dazu sind uns aber nicht bekannt. Beschriebene Effekte beziehen sich zum Beispiel in einer Studie nur auf zwölf Testpersonen während einer Autofahrt.
Versuche mit Ingwer
Ein weiterer Sonderfall ist das Reisekaubonbon von Scheurich, ähnliche Alternativen sind Reisedragees Knufinke und das Präparat Zintona, jeweils Mittel aus Ingwerbestandteilen. Ingwer gilt als ein traditionelles vorbeugendes Hausmittel gegen Seekrankheit. Schon in früheren Jahrhunderten nutzten Seefahrer den Wurzelstock der Pflanze gegen Seekrankheit.
In der Forschung gibt es zum Wirksamkeitsnachweis recht unterschiedliche Ergebnisse: Vor 18 Jahren schien Ingwer im Experiment Antihistaminika noch überlegen. In moderneren Studien blieb davon nicht viel übrig.
Ingwer mag demnach all jenen einen Versuch wert sein, die es erst einmal mit milden pflanzlichen Mitteln probieren möchten.
Das Europäische Segel- und Informationssystem (ESYS) will das Los von Seefahrern erleichtern. Dazu hält es im Internet (www.esys.org) eine ganze Palette von Vorschlägen und Tipps, auch für Hilfsmittel wie elastische "Seebänder", die auf den Akupressurpunkt drücken, bereit. Bei den Pharmaka empfiehlt ESYS vorwiegend rezeptpflichtige Mittel, auch solche, die hierzulande für die Indikation Reisekrankheit gar nicht zugelassen oder nicht (mehr) zu haben sind. Sie müssten im Ausland bestellt werden.
Eine wesentliche Rolle spielt der Wirkstoff Cinnarizin(Einzeldosis bis 50 Milligramm), der zum Beispiel als Mittel gegen Reisekrankheit in den Niederlanden, Dänemark und England am Markt ist, in Deutschland dem Einsatz gegen zerebrale und periphere Hirnleistungs-(Durchblutungs-) störungen (im Alter) und Schwindel dient.
Von: Bernd Werner Hennig
Firma: Hennig Consulting
G'Day,
ich habe gerade deinen Beitrag zum Thema "Übelkeit" gelesen - der gute Mann behauptet da das er auf WWW.Segelflug.DE in der Diskussion keine Infos bekommen hat sondern nur "niedergemacht" wurde (den genauen Wortlaut kannst du ja bei dir gerne nachlesen).
Nur mal so zur Info:
DEM IST NICHT SO und DEM WAR NIE SO. Zu seinen 2 Threads die in größerer zeitlicher Abfolge kamen wurden dem guten Mann GENAU DIE INFOS UND RATSCHLÄGE gegeben die du jetzt auf www.dg-flugzeugbau zeigst - schließlich haben im Segelflieger geantwortet.
95% der Antworten warm im Wortlaut "...die Probleme habe ich auch.... ich mache folgendes dagegen.."
1-5% waren die üblichen "haha wie lustig", aber das hat man ja leider in jeder Diskussion, das Forum bei WWW.Segelflug.DE ist zwar moderiert aber die "Dummen" dieser Welt sterben nicht aus - und das ist halt auch in einem Forum so. Ich kann und werde solche Beiträge nicht rauswerfen.
Die unterschwellige Behauptung das auf WWW.Segelflug.DE nur über den Menschen "hergezogen" wurde ist schlicht eine Unverschämtheit zumal sich viele Segelflieger wirklich Mühe gegeben haben und 2 x recht lange und ausführliche Postings geschrieben haben.
Es wäre nett, wenn das mal kurz klargestellt würde.
Bernd W. Hennig, Admin von WWW.Segelflug.DE
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Betreff: Eigenmedikation gegen Kinetose / WARNUNG
Von: "Christoph Hullmann"
Sehr geehrter Herr Weber,
interessiert habe ich über das Problem der Kinetose bei Fliegern gelesen, um dann einigermaßen schockiert festzustellen, wie hier mit der Empfehlung von Medikamenten zur Eigenmedikation in der Fliegerei umgegangen wird.
Ich will keinesfalls das Problem der Betroffenen herunterspielen, aber als Rettungsassistent, Medizinstudent und Segelflieger muss ich dann hier mal deutlich darauf hinweisen, dass ich die Eigenmedikation ohne ausgiebigen persönlichen Test und ärztliche Beratung für LEBENSGEFÄHRLICH halte !!!
Im Rettungsdienst werden neben den erwähnten Medikamenten ähnliche Substanzen eingesetzt, die Nebenwirkungen sind kein Spaß, und wie immer individuell verschieden.
Die beschriebene Müdigkeit habe ich schon mehrfach beobachten können, zugegeben bei höheren Dosierungen, allerdings ist damit auch keine "leichte Müdigkeit" gemeint, sondern eine massive Müdigkeit und schwere Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit.
Reagiert auch nur ein Pilot auf seine Medikation so, wie der Durchschnitt auf eine höhere Dosierung, dann liegt der Pilot unten !!
Das passiert nicht ?!?!
Ein eigentlich gut ausgeschlafener Freund von mir hat nach der Einahme eines rezeptfreien Präparates die beachtliche Strecke Aachen - Basel am hellichten Tag auf dem Beifahrersitz durchgeschlafen.
Die Medikamente greifen massiv in den Körper ein, auch in der geringen Dosierung, sie können allergische Reaktionen auslösen, die ihrerseits, schon ohne das derjenige ein Flugzeug führt, ein ernstes Problem sind.
Ich habe außerdem schon Patienten gesehen, die nach Anwendung der Pflaster massive Einschränkungen der Sehfähigkeit hatten.
Zu guter letzt können diese Medikamente mit anderen Substanzen wechselwirken, mit u.U. unabsehbaren Folgen.
In den Beipackzetteln steht nicht ohne Grund eine Warnung, nach der Einnahme von diesen Medikamenten nicht Auto zu fahren, und keine Maschinen zu bedienen.
Nochmal :
Ich halte insbesondere die Eigenmedikation mit Antihistaminika / Antiemetika für eine wirklich schlechte Idee.
Geht zum Fliegerarzt, der weiß, was das Medikament bewirken kann, und einschätzen kann, wie sich das auf Eure Fliegerei auswirkt.
Mit freundlichem Fliegergruß,
Christoph.
Als Leser wissen Sie, dass ich mich keineswegs scheue, auch abweichende Meinungen zu Wort kommen zu lassen.
Ich gestatte mir aber die folgenden Hinweise:
1. Stiftung Warentest schreibt im allgemeinen nur sehr gut recherchierte Artikel und weist dabei auf denkbare Gefahren hinreichend hin
2. Ich habe die Angelegenheit mit einem Internisten durchgesprochen, der der gleichen Ansicht war, wie in dem Artikel geäußert.
3. Ein Segelflieger, dem es kotzübel ist - ja der ist wirklich in Gefahr!
Nun noch einmal Christoph Hullmann:
Betreff: Re: Eigenmedikation gegen Kinetose / WARNUNG
Von: "Christoph Hullmann"
Hallo Herr Weber,
selbstverständlich habe ich nichts dagegen, dass meine vorherige e-mail veröffentlicht wird - im Gegenteil, da ich sie auch nach einer von mir mit einer Internistin geführten Unterhaltung zum Thema für richtig halte, da sie sehr ähnliche Bedenken hatte.
Ich wende mich ja nicht generell gegen eine Medikation, sondern nur - aber sehr entschieden - gegen die im Artikel mehrfach erwähnte Eigenmedikation.
Dies tut übrigens eingeschränkt auch die Stiftung Warentest, in Ihrem fraglos gut recherchierten Artikel.
Es wird darin ausdrücklich gewarnt, daß diese Medikamente müde machen : "Vorsicht Autofahrer " ist da zu lesen und in den Nebenwirkungen so ernstzunehmende Geschichten wie Schwindel, Blutdruckabfall, Sehstörungen u.s.w. .
Dennoch lautet die Empfehlung der Stiftung Warentest, die hier unkommentiert steht :
"Unser Rat Das verschreibungspflichtige Scopoderm TTS-Pflaster ist hier das wirksamste Mittel gegen die Reisekrankheit. Für die Selbstmedikation bieten sich
Dimenhydrinat- und Diphenhydramin-Präparate an. "
Die Verschreibungspflicht der Pflaster schützt leider nicht vor Missbrauch, denn der Patient muß dem Arzt nicht sagen, dass er vor hat, es beim Fliegen einzusetzen.
Tut er es, kommt dies einer Eigenmedikation gleich. Die anderen Präparate kann eh jeder kaufen... .
Der Artikel erweckt leider den Eindruck, die Befragung eines Arztes sei nicht nötig, dabei ist der Artikel nicht für verantwortliche Flugzeug- oder Bootsführer geschrieben, sondern z.B. für Touristen oder Fluggäste.
Der Artikel ist also richtig, der Kontext in dem er hier steht bleibt für mich falsch.
Mit freundlichen Fliegergrüßen,
Christoph Hullmann
Betreff: Fluguebelkeit Von: N.N.
Sehr geehrter Herr Weber,
mit großem Interesse habe ich Ihren ausführlichen Beitrag, einschließlich der Antwort von Herrn Hullmann, zum Thema Flugübelkeit gelesen.
Ich möchte mit einigen Gedankengängen zum Thema Anregungen schaffen und vielleicht auch für mich selber nutzbare Hinweise erhalten. Meinen Beitrag gliedere ich in:
1. Meine eigenen Erfahrungen
2. Juristische Aspekte
3. Medizinische Gedanken
4. Zwischenmenschliche "Probleme"
5. Perspektiven
1. Ich fliege schon länger. In den ersten Jahren hatte ich keine Probleme mit Flugübelkeit, in den letzten Jahren nimmt meine Empfindlichkeit gegenüber der Flugübelkeit (Kinetose) zumindest bei fliegerisch interssanten Wetterlagen zu. Würde ich einfach nur mal "´ne Stunde bei gemäßigtem Wetter mit einer ASK 21 oder ähnlich "schwerfälligem" Fluggerät am Platz rumfliegen" hätte ich keine "Probleme", niemand käme auf die Idee, mich für kinetoseempfindlich zu halten, und niemand würde meine Flugtauglichkeit in Frage stellen. Ginge ich aber zum (Flieger-)Arzt, und würde das sagen, was zutrifft (Leistungseinsitzer, Hammerwetter, dann wird mir schlecht), dann hätte dieser zwar (vermutlich) keine Hilfen bereit, aber: meine Teilnahme am Luftverkehr wäre zu überdenken und mein Luftfahrerschein in Gefahr.
Aber gerade interessante und spannende Streckenflüge werden so unmöglich, und solche Flüge, die ich schon erlebt habe - früher sogar beschwerdefrei - möchte ich auf Dauer nicht missen.
Meiner Meinung nach geht von der Kinetose selbst ein größeres Gefährdungspotenzial aus, als von "geringen" medikamentösen Nebenwirkungen. In dem mir bekannten Teil der "Kinetosediskussion" wird auch außer Acht gelassen, dass Kinetose - neben der Übelkeit - auch Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Erschöpfung bis hin zur Apathie verursachen kann, Symptome also, wie sie Herr Hullmann den Nebenwirkungen von Medikamenten zugeschrieben hat.
Ich habe rezeptfreie Medikamente ausprobiert (und die "alternativen" Methoden auch). Ergebnis: Sie haben in der angegebenen Dosierung keine Nebenwirkungen, sind aber ebenso wirkungslos. Der "alternative Rest" auch, und einen Gewöhnungseffekt erlebte ich auch bei "längeren" Flügen an aufeinander folgenden Tagen nicht. Aber die Gelegenheit dazu ist ohnehin sehr selten. Bei Bekannten von mir zeigte Paspertin bei Autofahrten die beste Wirkung, übrigens ohne Nebenwirkungen. Aber Autofahren ist harmlos gegen "mit 170 km/h durch die Hammerthermik".
2. Juristisches: Kinetose macht fluguntauglich (zumindest laut NfL:
Richtlinien zur Untersuchung auf Flugtauglichkeit .... ). Wenn ich also mit einem Fliegerarzt - wie Herr Hullmann empfliehlt - diese Problematik bespreche, riskiere ich meinem Luftfahrerschein (und damit ggf. auch Motorflugberechtigungen, wo das Problem "Kinetose" weitest gehend vermeidbar ist). Ein verantwortungsvoller Arzt wird mir auch keine Medikamente verschreiben oder empfehlen, weil er selber im Falle eines Flugunfalls - wo medikamenttöse Ursachen nicht 100%ig ausgeschlossen werden können, mit juristischen Problemen rechnen muss.
Genau diese beiden Umstände zwingen betroffene Flieger zu der von Herrn Hullmann kritisierten Selbstmedikation.
3. Medizinische Gedanken
Kinetose ist keine Krankheit. Insoweit ist Kinetose in durchschnittlichen Arztpraxen kein Thema, auf das größere ärztliche "Energiemengen" verwendet werden (es gibt genügend Patienten, die der ärztlichen Hilfe dringender bedürfen, als ein "flugübler" kerngesunder Segelflieger). Ein Arzt hilft den Kranken und nicht unbedingt den Gesunden. Will ich die Kinetose medikamentös angehen, so muss ich - wie Herr Hullmann in anderem Zusammenhang erwähnte - diese Mediamente höher dosieren, als im Beipackzettel steht. Und zwar gerade so hoch, dass sie wirken, aber dann kommen auch die Nebenwirkungen. Und das ist wiederum "Fliegen am Limit". Ein "normaler" Arzt kann so etwas verantwortungsvoll nicht mitmachen. Andererseits: Kinetose gibt es bei Skippern, sogar bei Astronauten und - ich denke - vermutlich auch bei Berufspiloten. Mit Sicherheit gibt es dort Mediziner, und zwar solche, die sich vorwiegend mit diesem Thema beschäftigen, und die über hervorragende Sachkenntnis verfügen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man teuer ausgebildete Berufspiloten, deren Kinetoseempfindlichkeit zunimmt, ohne Therapieversuche groundet oder in die Berufsunfähigkeit schickt. Das Wissen dieser Fachleute hätte ich gerne.
Ich habe auch die medizinische Fachliteratur zum Thema Kinetose durchforstet. Ich habe zwar nicht jeden HNO-Fachbegriff verstanden, aber so viel ist klar: Mehr als das, was Sie in Ihrem Beitrag veröffentlicht haben, ist dabei auch nicht heraus gekommen.
4. (Psychologisches): In meinem recht großen (fliegenden) Bekanntenkreis scheint niemand von diesem Problem betroffen zu sein. Ich schätze, dass höchstens einige Prozent aller Segelflieger unter Kinetose leiden, was aber bei vielleicht 10.000 aktiven Segelfliegern in Deutschland dann doch noch einige Hundert sind. Aber dadurch wird klar, dass dieser kleine Prozentsatz riskiert zu "sensiblen" Außenseitern abgestempelt zu werden, der in der "harten" Fliegerei nichts zu suchen haben. Kurzum: Wem beim Fliegen schlecht wird, sollte am Boden bleiben. Das wird auch in einigen Beiträgen im "Forum" deutlich.
Zusammen mit den oben erwähnten juristischen Aspekten möchte ich daher darum bitten, zumindest vorläufig, anonym zu bleiben. Deshalb versuche ich, meine email-Adresse weitest gehend zu verschlüsseln. Sollte das nicht gelungen sein, bitte ich Sie - Herr Weber - meinen Namen aus jeglichen Veröffentlichungen heraus zu nehmen und außerdem um entsprechende private Vertraulichkeit. Ich wünsche mir allerdings, dass mein Beitrag auf Ihrer Website dargestellt wird.
Bezüglich der "Selbstmedikation" oder der Medikamenteneinnahme überhaupt gibt es in Deutschland Restriktionen und Vorurteile, die es woanders nicht im gleichen Maße gibt: Viele Medikamente, die in Deutschland verschreibungspflichtig sind, kann man in den Niederlanden oder in den USA rezeptfrei "im Supermarkt" kaufen. Von daher möchte ich Herrn Bullmanns Beitrag wiedersprechen: Z.B. Cinnarizin (von Skippern empfohlen) kann ich in den Niederlanden rezeptfrei bekommen, in Deutschland muss ich einen Arzt "zwischenschalten". Der Wirkstoff ist derselbe, ob ich nun nach Amsterdam in eine Apotheke fahre oder nach Bottrop... Irgendetwas "passt" da nicht. Aber vielleicht sind das ja wirtschaftliche Gründe - im Sicherheitsmäntelchen verpackt. Und was das "Einschlafen" betrifft: Man (Frau) kann das Medikament ja mal am Boden ausprobieren.
5. Perspektiven: Was könnte "uns" weiterbringen ? Eine Beratung oder ein Vortrag mit / von ärztlichen Profis zum Thema Kinetose (siehe oben). Diese findet man wohl weniger unter den Internisten oder HNO-Ärzten in der Heimatstadt, sondern eher in bestimmten Forschungsabteilungen von Universitäten, bei der DLR, oder bei größeren Fluggesellschaften und Luftfahrtkonzernen Diese Fachleute könnten in "allgemeinen" Vorträgen medizinische Untersuchungen und Diagnoseverfahren empfehlen, über Erfahrungen mit Medikamenten berichten oder aber auch auf Trainingsmöglichkeiten zur Steigerung der Kinetoseresistenz am Boden eingehen. Ebenso könnten Fragen zur Flugtauglichkeit (allgemein) erörtert werden: Luftkrank werden (hin und wieder) viele Segelflieger, aber wo ist die Grenze zur Einstufung auf "fluguntauglich" ? Der Vorteil solcher Vortragsveranstaltungen liegt einerseits im Schutz der Betroffenen, andererseits vor allem darin, Kontakte zu Spezialisten aufzubauen, an die man als "normal sterblicher Segelflieger" gar nicht herankommt. Ein solches Vortragsangebot schließt ja die Möglichkeit der individuellen Beratung nicht aus.
Ein Erfahrungsaustausch unter Fliegern in Form einer Selbsthilfegruppe, wobei aus obigen Gründen Diskretion auf Wunsch zugesichert werden muss. Was könnte das Ziel sein ? Das Segelfliegen nicht "kampflos" aufzugeben, sondern mit einigen "Tricks" (= eine Mischung aus medizinischer Fachkenntnis, sachbezogenen individuellen medizinischen Untersuchungen und Tests, eigenem (Boden-) Training und vielleicht noch mehr) viele schöne eindrucksvolle - und sichere - Flüge ohne "Nebenwirkungen" zu erleben.
Mit freundlichem Gruss
Anonymus.
Ich will eigentlich keine Werbung für irgendwelche Produkte auf meiner Webseite machen. Und ob solche Mittel helfen, kann nur jeder selbst ausprobieren.
Hier also mit einem gewissen Vorbehalt die folgende e-mail:
Von: Alfred.Gebhardt
Betr.: Uebelkeit beim Fliegen
Sehr geehrter Herr Weber,
auf Ihren Bericht vom 05.10.2001 in dieser Sache moechte ich Ihnen ein weiteres Mittel nennen, das bis jetzt bei keinem, dem ich dieses Mittel weiterempfohlen habe "Nebenwirkung" gezeigt bzw. verursacht hat.
Vorgang bei mir: Bereits 1956 nach 1000 Flugstunden habe ich den Fluglehrer geschmissen, da es dem Flugschueler nicht zuzumuten ist, wenn hinten der Lehrer die Tueten fuellt.
Nach ca 2500 Stunden und hunderte ueble Tuetenattacken hat mir ein Apotheker unseres Vereins unten angefuehrtes Mittel, das er bereits seereisenden Kunden erfolgreich empfohlen hatte, genannt.
Dieses Mittel in Tablettenform, welche man unter die Zunge legt und dann vergisst, loest sich langsam auf. Es gibt keine Nebenwirkungen und es macht natuerlich auch nicht muede. Es ist nach einem homoeopathischen Verfahren hergestellt und wird von der Firma "Biologische Heilmittel Heel" in Baden-Baden produziert.Vor ca 12 Jahren habe ich mit einem Fliegerkameraden und Arzt (hatte das gleiche Problem) diesen Betrieb in dieser Sache aufgesucht um naeheres zu dem Produkt zu erfahren; zu unserer Verwunderung, dem Produktleiter dieser Firma war die Einsatzmoeglichkeit fuer den Problempiloten unbekannt.
Nur der Tierarzt verschreibt das Produkt in Tropfenform fuer die autofahrende Problemhunde.
Wichtig, und deshalb schreibe ich Ihnen dies am Jahresanfang, diese Tabletten nimmt man wie folgt:
2 Monate vor der Flugsaison nehme ich 2 Tabletten pro Woche,
1 Monat vor der Saison nehme ich 3 Tabletten pro Woche,
während der Saison 1 Tablette am Tag.
Kostenpunkt etwa € 10 für 100 Tabletten. Meines Erachtens ist das Mittel nicht rezeptpflichtig.
Und nun der Namen : Vertigoheel.
Inzwischen habe ich weit ueber 5000 Flugstunden, davon 1700 mit DG-800A und habe keinerlei Probleme mehr in Sachen Uebelkeit.
Mit Fliegergruß
und mit freundlichen Grüßen
Alfred Gebhardt
Betreff: Flugübelkeit
Hallo Herr Weber,
Das Mittel, Vertigoheel, welches Herr Gebhardt in seiner eMail über Flugübelkeit anspricht, kenne ich auch. Irgendjemand in meiner Family hat das mal gegen Schwindel bekommen, es wird also nicht (nur) bei Hunden angewandt *gg* ! Leider finde ich keinen Beipackzettel mehr, aber es handelt sich um ein homöopathisches Medikament von Heel in Tablettenform zum Zergehenlassen unter der Zunge. Es ist apotheken- nicht rezeptpflichtig und hat keine Nebenwirkungen, so weit ich weiß. Näheres steht auf dem Beipackzettel. Ich bin mir sicher, dass man dieses Medikament in jeder Apotheke bekommen kann, die homöopathische Mittel führt.
Natürlich würde ich vor der Anwendung mit einem Arzt (evtl. Homöopat) oder zumindest mit einem entsprechenden Apotheker Rücksprache halten, aber das ist ja wohl eh selbstverständlich.
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Steffen Sch.
Betreff: D G F l u g z e u g b a u - P i l o t e n - I n f o N r . 41
Von: Dr. Schwieger
Hallo Herr Weber,
Zum Thema " Übelkeit "
Von Klaus Ohlmann habe ich letztes jahr einen genialen Tip zu diesem Thema bekommen.
Es gibt ein homöpathisches Mittel namens "cocculine ".
Diese Mittel ist allerdings nur in Frankreich erhältlich, aber auch über deutsche Apotheken zu besorgen.
Als Mediziner setze ich häufig bestimmte homöopathische Mittel mit bestem Erfolg ein.
Diese Globuli "cocculine " haben sich nicht nur bei meiner Familie sondern auch bei einigen Bekannten bestens bewährt.
Nicht nur meine Frau sondern auch meine Tochter sind äußerst anfällig bei ungünstiger Bewegungsstiuation.
Nicht nur beim Segelfliegen, sondern auch beim segeln hat sich das Mittel sehr bewährt.
Mit cocculine spielt meine Tochter beim Hochseesegeln stundenlang bei Seegang unter Deck.
Jeder Segler weiß was das bedeutet.
Auch der sonst häufige "Würfelhusten" im Auto ist auch bei langen Fahrten (Wiesbaden -Serres ) Vergangenheit.
Neben der zuverlässigen Wirkung fehlen sämtliche beeinträchtigende Nebenwirkungen der Antiemetika.
Ich denke, daß dies eine geniale Ergänzung für viele Fliegerkameraden für eine optiomale Saison ohne Übelkeit ist.
Also damit viele Stress- und Schwindelfreie Flüge.
Dr.G.Schwieger
Betreff:
Kinetosemittel Vertigoheel und Cocculine
Hallo,
mit Interesse verfolge ich bei Ihnen das ein oder andere Thema. Auch ich habe gelegentlich mit Kinetose zu kämpfen. Mich trifft es vor allem zu Saisonbeginn und bei Doppelsitzerflügen. Im Motorsegler habe ich keine Probleme. Es ist also insbesondere das hochgezogene Einkreisen und das Verlagern in der Thermik, sowie das Mitnehmen der Bärte im Geradeausflug, das mir Probleme bereitet. Das Essen in den 24 Stunden vor dem Flug, Anspannung während des Fluges und Kunststoffgerüche im Cockpit (hier sollten die Hersteller aktiv werden) haben meiner Erfahrung nach ebenfalls Einfluss auf die Übelkeit.
Die Konsequenzen sind für mich kurze Flüge zu Saisonbeginn und überhaupt keine langen Flüge im Doppelsitzer. Im Laufe der Saison scheint sich mein Körper an das Fliegen zu gewöhnen. Ruppige Wetterlagen und beherztes Streckenfliegen kann ich aber vergessen. Es bleibt bei 1 bis 2 stündigen Thermikflügen in der Region.
Natürlich störte mich das und so probierte ich ZINTONA auf Ingwerbasis aus. Auch Akkupressurbänder liegen noch in meiner Flugplatztasche. Beide erwiesen sich als wenig wirksam. Vielleicht gibt es einen schwachen Placebo-Effekt, mehr aber nicht. Auch mit Gewalt kam ich nicht weiter. Lange "Tütenflüge" im Doppelsitzer zu Beginn der Saison verkürzten die Gewöhnungsphase nicht.
Meine Lösung war schliesslich der Motorsegler. Auf Strecke geht es nun mit der Spanplatte; stille Thermikflüge geniesse ich in homöopathischer Dosis um den Platz.
Da auch ich die "harten" Medikamente im Cockpit ablehne, habe ich nach den letzten 3 Berichten interessiert im Internet nach den genannten homöopathischen Mitteln recherchiert. Das Ergebnis ist, dass "Vertigoheel" und "Cocculine" die gleichen Bestandteile zu haben scheinen.
Ausserdem gibt es zum Beispiel Studien aus 1984:
http://www.infotrieve.com/healthworld/std_format.cgi?med80-84+871874+(Vertigoheel+AND+(Human:MH)
und 1998:
http://www.complemed.com/VertigoHeel.htm
die zeigen, dass diese Medikamente wohl wirklich wirksam sein könnten.
Im Übrigen möchte auch ich gerne anonym bleiben, da das Thema ja doch recht sensibel ist. Die Idee einer Selbsthilfegruppe ist ideal. Leider sehe ich auch nur die Möglichkeit eines moderierten Emailforums. Und das wird wohl nicht anonym sein können. Vielleicht fällt jemandem mit entsprechendem Knowhow eine Lösung ein?
mit freundlichen Grüssen ...
Betreff: Übelkeit - Bericht auf ihrer HP
Von: Lars
Hallo.
Durch ihren Newsletter bin ich auf die Seite zum Thema "Übelkeit" gekommen.
Ich möchte etwas zu dem erwähnten Vertigoheel sagen.
Ich habe zwar nie das Problem gehabt, dass mir regelmäßig übel wurde, aber wir (unsere Familie) hatte dieses Mittel zum Autofahren auch in Tablettenform bekommen und dabei hat es sehr gute Wirkung gezeigt, wenn man einfach bei Übelkeit ein Tablette "unter der Zunge zergehen lässt".
Ich habe unseren Hausarzt gefragt, ob ich dieses Mittel auch zum Fliegen verwenden könne und da es ohne Nebenwirkungen wie Übelkeit o.ä. auskommt und homeopatisch ist, ist es zum Fliegen auch recht gut geeignet.